Markenprodukte: Preise und Eigenmarken

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Timon Zingg
User offline. Last seen 5 Wochen 1 Tag ago. Offline
Joined: 16.01.2012

Bis vor geschätzten 10 Jahren hatte die Migros vor allem Eigenmarken im Angebot. Dann wurden immer mehr Marken eingeführt, die Eigenmarken wurden schwächer.

Infolge des schwachen Eurokurses merkten immer mehr Konsumenten, dass die Markenprodukte im Ausland einiges günstiger zu haben sind wie in der Schweiz. Deshalb hat die Migros momentan mit Umsatzrückgang zu kämpfen.

Die Versuche, das Preisniveau von Markenprodukte zu senken, um besser mit dem Ausland konkurrenzieren zu können, sind meiner Meinung nach Alibiübungen. Eigentlich müssten wegen des tiefen Mehrwertsteuersatzes Nonfood-Produkte in der Schweiz 11% günstiger sein als in Deutschland, Foodprodukte immerhin noch 5%. In der Realität müssen Schweizer Konsumenten immer noch deutlich mehr bezahlen.

Ich habe das Gefühl, dass die Migros durch die Einführung von Markenprodukte und der Schwächung der Eigenmarken zum Sklaven der Importeure geworden ist. Die Importeure können immer noch höhere Preise als im Ausland durchsetzen, und die Migros ist ein Price-taker geworden.

Weshalb werden nicht konsequent Produkte, die in der Schweiz teuerer als im Ausland angeboten werden müssen, aus dem Sortiment gestrichen? Ich persönlich gehe mittlerweile lieber bei Aldi einkaufen, seit der eine Filiale in der Nähe hat. Dort kann man noch Produkte einkaufen, die ein gutes Preis / Leistungsverhältnis bieten. Nach Markenprodukte sucht man meistens vergebens, aber das ist mir egal.

Von dem her ist für mich Aldi das, was der Migros vor einigen Jahren war: Schwache Markenprodukte, starke Eigen- oder Noname-Marken.

Ich muss sagen dass ich nie speziell Migrosfan war, sondern bisher eigentlich den Coop bevorzugte. Aber auch Coop wurde, viel mehr als Migros, zu einem Sklaven der Markenimporteure.

Wie weit deckt sich meine Einschätzung mit der von anderen Personen? Mir kommt erscheint es, dass Coop und Migros die Geister, die sie riefen, nicht mehr los werden...

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Etienne Ruedin
User offline. Last seen 4 Wochen 6 Tage ago. Offline
Joined: 06.09.2009
Der Kunde entscheidet – aber nicht nur
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Nehme Sie zum Beispiel Papiertaschentücher.

Die Eigenmarke aus der Schweiz (560 Taschentücher) kosten 6.50, das ausländische Markenprodukt kostet knapp 14 Franken für 480 Taschentücher. Da muss man nicht einmal genau rechnen, um festzustellen, dass die Eigenmarke halb so teuer ist und, wenn man das Kleingedruckte liest sieht, dass erst noch mehr drin ist.

Das Problem könnte man vordergründig also dem Kunden zuschieben, der entscheidet. Dass die Migros hingegen für ein Produkt (Papiertaschentuch, Senf, was auch immer) nun doppelt so viel Verkaufsfläche benötigt, schraubt die Kosten in die Höhe, respektive mindert den Umsatz pro Quadratmeter, da der Kunde in der Regel Eigenmarke oder Marke kauft – und wenn beides, von beidem nur noch halb so viel.